Die Politik der KP steuert gradlinig und klar auf ihr Ziel zu: die Revolution
Kategorien: Arditi del Popolo, Fascism, Italy, Military Question, PCd'I
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Die klaren und präzisen Anweisungen, die für den Aufbau der kommunistischen Militärorganisation ge-
geben wurden, waren keine mal so eben aus dem Stegreif praktizierten Übungen, sondern entsprechen
einer Arbeit, die vor vielen Monaten vor allem in den Reihen der kommunistischen Jugend aufgenommen
wurde. Trotz dieser Anweisungen befürworten bzw. fördern etliche Genossen und einige Sektionen der
Partei auch weiterhin die Beteiligung der Kommunisten an anderen, unserer Partei fremden militärischen
Verbänden, wie den „Arditi del Popolo“1, oder fangen gar an, Ortsverbände dieser Art auf die Beine zu
stellen, statt die Arbeit im Sinne der Anweisungen der Zentralorgane aufzunehmen.
Wir mahnen all diese Genossen zur Disziplin und bedauern, dass sich kommunistische Militante, die unter allen Umständen nicht nur ihre revolutionäre Entschlossenheit, sondern ebenso ihre Standfestigkeit zeigen müssen und stets einen kühlen Kopf zu bewahren haben, von romantischen und sentimentalen Betrachtungen leiten lassen, die schwerwiegende Fehler und gefährliche Konsequenzen zur Folge haben können.
Zur Erläuterung dieses ultimativen Aufrufs zur Disziplin erinnern wir die Genossen an die klaren kommunistischen Gründe, die zu den von uns angenommenen Richtlinien geführt haben (und zwar unabhängig
von besonderen Ereignissen, die den für die landesweite Aktionslinie verantwortlichen Zentralorganen durchaus bekannt sind).
Die militärische Organisation des Proletariats muss, da sie die höchste und schwierigste Organisationsform des Klassenkampfes ist, ein Maximum an Disziplin aufbringen und auf Parteigrundlage entstehen. Sie muss der politischen Organisation der Klassenpartei strengstens untergeordnet sein. Die Organisation der „Arditi del Popolo“ indes verlangt, sich Befehlen unterzuordnen, deren Zustandekommen nicht exakt festzustellen ist. Obgleich man nicht genau weiß, wie sie zusammengesetzt ist, besteht eine nationale Zentrale, die in einem ihrer Kommuniqués festlegt, über den Parteien zu stehen und den politischen Parteien nahelegt, sich nicht um die „militärtechnische Organisierung des werktätigen Volkes“ zu kümmern. Dies bedeutet, dass die militärische Organisation der Kontrolle und Führung unbestimmter Kräfte anvertraut würde und dem Einfluss unserer Partei entzogen wäre.
Nun setzt sich aber die Kommunistische Partei per Definition die Organisierung und Führung der revolutionären Aktion der Massen zum Ziel. Daher die absolute Unvereinbarkeit mit dem oben genannten Standpunkt.
Abgesehen von der Frage der Organisation und der Disziplin stellt sich hier auch die Frage nach dem Programm. Die „Arditi del Popolo“ nehmen sich anscheinend vor (obschon sie eher den organisatorischen Aspekt als die Bestimmung der Ziele und der Zielsetzungen im Auge haben – die damit verbundenen Gefahren sind leicht einzusehen), eine proletarische Antwort auf die faschistischen Überfälle zu geben, mit dem Ziel, „die Ordnung und den Normalzustand“ wiederherzustellen.
Das Ziel der Kommunisten ist hingegen ein ganz anderes: Sie wollen den proletarischen Kampf bis zum revolutionären Sieg führen; sie leugnen die Möglichkeit einer normalen und friedlichen Form des gesellschaftlichen Lebens, bevor der Klassenkonflikt, der in der heutigen historischen Situation in seine höchste
und entscheidende Phase getreten ist, entschieden ist; sie stellen sich somit auf den Standpunkt eines unerbittlichen Gegensatzes zwischen der Diktatur der bürgerlichen Reaktion und der Diktatur der proletarischen Revolution. Dies schließt jede Unterscheidung zwischen Defensive und Offensive der Arbeiter aus und zeigt, wie tückisch und defätistisch eine solche Unterscheidung ist, denn die Arbeiter trifft nicht nur die physische Gewalt der Faschisten, sondern sie bekommen auch alle Folgen der extremen Verschärfung eines Ausbeutungs- und Unterdrückungssystems zu spüren, wobei die Brutalität der Schwarzhemden nur eine von den anderen nicht zu trennende Erscheinung dessen ist.
Es dürfte eigentlich nicht nötig sein, die Kommunisten an diese Erwägungen, die mehr und mehr durch die Praxis bestätigt werden, zu erinnern. Auf ihrer Grundlage haben die Zentralorgane der Kommunistischen Partei den Aufbau der unabhängigen proletarisch-kommunistischen Militärorganisation in die Wege geleitet, ohne sich durch das Auftreten anderer Initiativen von dieser Aufgabe ablenken zu lassen. Solange deren Aktionen in dieselbe Richtung zielen, in die wir gehen, werden wir sie sicherlich nicht als gegnerische ansehen, aber ihre scheinbare Popularität wird uns nicht dazu bringen, von unserer spezifischen Aufgabe abzurücken, die wir gegen eine ganze Reihe von Feinden – und falschen Freunden – von heute und morgen zu erfüllen haben.
Wir können nicht umhin zu bedauern, dass kommunistische Genossen sich mit den Organisatoren der „Arditi del Popolo“ in Rom in Verbindung gesetzt haben, um ihnen ihre Unterstützung anzubieten und sie um Instruktionen zu bitten. Sollte sich so etwas wiederholen, werden strengste Maßnahmen ergriffen.
Das Exekutivkomitee der Kommunistischen Partei Italiens und das Exekutivkomitee des Kommunistischen Jugendverbands Italiens warnen alle Genossen und kommunistischen Organisationen, irgend jemandem auch nur das geringste Vertrauen entgegenzubringen, der persönlich oder schriftlich vorschlägt, Militärverbände der „Arditi del Popolo“ zu bilden oder auf sie zurückzugreifen und dabei behauptet, von den Organen der Kommunistischen Partei dazu beauftragt worden zu sein bzw. von Abkommen spricht, die den schon veröffentlichten genauen Anweisungen widersprechen. Außer über den internen Parteiweg werden keine Richtlinien an die Genossen und Organisationen gegeben: jeder andere Weg ist auszuschließen.
Die Exekutivkomitees der Partei und des Jugendverbandes